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Autor Thema: Spannungsfeld Kind - Hund  (Gelesen 1303 mal)

Pascal Hug

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Spannungsfeld Kind - Hund
« am: 22. Februar 2012, 08:59:52 »

Frankenfelde/Strausberg (MOZ) Nie sollte man einen Hund mit einem Kind alleinlassen. Die ist einer von vielen Hinweisen, die der Oranienburger Tierarzt und Verhaltensforscher Dr. Herbert Jahn in einem Vortrag als Gast des Frankenfelder Tierarztes Dr. Wilhelm Drewes gab.

Es ging um das Spannungsfeld "Hund - Kind". Herbert Jahn, der oft als Gutachter für aggressive Hunde nach Beißvorfällen zu Rate gezogen wird, kann auch persönliche Erfahrungen und Erkenntnisse darlegen. Denn er hat eine einjährige Tochter und zwei Hunde, einen Border Terrier und einen Border Collie. "Die ersten Worte, die meine Tochter gelernt hat, waren Nein und Vorsichtig", erzählt Jahn. Es gelte, Kinder davor zu bewahren, den Hund unbeabsichtigt zu verunsichern. Denn unsichere Hunde würden eher Zuschnappen als sichere Hunde. "Kinder neigen dazu, dem Hund von oben den Kopf zu streicheln. Jede Berührung von oben wird vom Hund aber als Dominanzgeste und als anmaßend empfunden. Hunde akzeptieren Kinder allerdings nicht als höherrangige Sozialpartner. Sie können sehr genau die kindlichen Körperformen von denen der Erwachsenen unterscheiden." Die Verantwortung des Erwachsenen sei es, die Beziehung zwischen Kind und Hund sehr aufmerksam zu steuern.

Bei der Begegnung mit einem fremden Hund sollten Eltern in jedem Fall den Halter fragen, ob sich der Hund problemlos streicheln lasse. "Wenn dem zugestimmt wird, kann das Kind den Hund zu sich kommen lassen, es sollte nicht frontal auf ihn zugehen. Besser ist es, sich in einigen Metern Entfernung halb abzuwenden und klein zu machen, das ist für den Hund die freundlichste Einladung zur friedlichen Annäherung", sagt Dr. Jahn. Eltern sollten ihren eigenen Hund nie mit einem Kind alleinlassen, sagt seine Erfahrung. Dies betont der Verhaltensspezialist mehrmals und nachdrücklich in der gut besetzten Praxis im Strausberger Gewerbegebiet Nord. Wichtig sei, dass die Erwachsenen den Hund öfter auf den Kopf und in die Flanken fassen, so wie es Kinder spontan tun, damit der Hund lernt, darauf nicht aggressiv oder verunsichert zu reagieren. Achten müsse man darauf, dass das Kind niemals dem Hund das Futter wegnimmt, denn das werde er nie von einem ranggleichen oder -niederen Sozialpartner akzeptieren. Da er aber den akzeptiert, der über die Ressourcen, also das Futter verfügt, solle man das Kind unter Anleitung dem Hund das Futter zeigen, aber nicht geben lassen. Das demonstriere einen höheren Status.

"Man muss Hunde von Kindern schützen, indem man den Kindern Tabuzonen errichtet, in denen sie den Hund nicht stören dürfen, so zum Beispiel seine Box oder sein Lager", sagt Herbert Jahn. Hunde können gestresst von zu vielen Streicheleinheiten werden, wenn sich wie bei einem Kindergeburtstag mehrere Kinder mit ihnen beschäftigen und sie keine Rückzugsmöglichkeiten haben. Da Kinder die Körpersprache des Hundes nicht erkennen und verstehen, kann es dann scheinbar aus dem Nichts zu Angstaggressionen oder Übersprungshandlungen kommen. Mit einem eindringlichen "Nein" müssten Kinder vor Gefahren gewarnt werden - "nicht vor dem Hund", betont Herbert Jahn.



Quelle: Spannungsfeld Kind - Hund
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Der Hund ist das einzige Lebewesen auf der Erde,
das dich mehr liebt, als sich selbst.

Josh Billings

Stefan Christ

  • Gast
Re: Spannungsfeld Kind - Hund
« Antwort #1 am: 22. Februar 2012, 09:10:43 »

Sehr schön geschrieben. würde ich so zu 100% unterschreiben.
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