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Autor Thema: Tötung eines 6-jährigen Kindes durch „Kampfhunde“  (Gelesen 1053 mal)

Pascal Hug

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Tötung eines 6-jährigen Kindes durch „Kampfhunde“
« am: 07. Februar 2012, 01:56:59 »

Der Bundesgerichtshof hat ein Urteil des Landgerichts Hamburg bestätigt, mit welchem zwei Halter von sogenannten Kampfhunden wegen fahrlässiger Tötung eines 6-jährigen Kindes zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten bzw. zu einer Jugendstrafe von 1 Jahr unter Strafaussetzung zur Bewährung verurteilt wurden.

Zum Sachverhalt:

Die Angeklagten waren Halter von zwei sogenannten Kampfhunden, bei denen es sich um Mischlinge der Rasse Bullterrier, Pittbull und Staffordterrier handelte. Bereits im Vorfeld waren die Hunde wiederholt auffällig geworden. Sie griffen andere Hunde an und brachten ihnen zum Teil erhebliche Bissverletzungen bei. Einer der beiden Hunde hatte auch ein Kind angesprungen und es in den Arm gebissen. Daraufhin erteilte das zuständige Ordnungsamt gegenüber den Haltern der Hunde Anordnungen und Auflagen, welchen die Angeklagten jedoch nur unzureichend nachkamen.

Am 26.06.2000 führte der Angeklagte K. mit Wissen der Mitangeklagten beide Hunde in einen Innenhof und ließ sie dort von der Leine, damit sie ihr „Geschäft“ in den dortigen Büschen verrichten konnten. Plötzlich sprangen beide Hunde über die 1,4 m hohe Mauer auf das angrenzende Gelände einer Grundschule, wo sich gerade Schulkinder während der Schulpause aufhielten und Ball spielten. Die beiden Hunde sprangen einen 6-jährigen Jungen an, so dass er zu Boden stürzte. Die Hunde fielen über das Kind her, das infolge der Vielzahl der Bisse zu Tode kam. Intensive Rettungsbemühungen des Angeklagten K. waren vergebens.

Das Landgericht Hamburg verurteilte den Angeklagten K. zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten und die Angeklagte W. zu einer Jugendstrafe von 1 Jahr unter Aussetzung zur Bewährung wegen fahrlässiger Tötung.

Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Angeklagte legten gegen das Urteil Revision ein. Die Staatsanwaltschaft verfolgte dabei das Ziel, eine Verurteilung des Angeklagten wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu erreichen.

Entscheidung:

Der Bundesgerichtshof hat beide Revisionen verworfen. Die Verneinung des bedingten Körperverletzungsvorsatzes des Angeklagten war vertretbar. Das Gericht wies darauf hin, dass die landgerichtliche Beurteilung dieses Grenzfalles zwischen (bedingt) vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge und (grob) fahrlässiger Tötung sicher nicht die einzig mögliche sei. Sie sei aber in sich widerspruchsfrei, nicht unklar oder lückenhaft und lasse auch keine sonstigen Rechtsfehler erkennen. Sie müsse daher vom Revisionsgericht hingenommen werden.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesgerichshofes Nr. 94/2001, Urteil vom 11.12.2001 – Az: 5 StR 419/11 –

Dieser Beitrag wurde sorgfältig erstellt, dennoch kann eine Haftung für Fehler oder Auslassungen nicht übernommen werden. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit. Der Inhalt dieses Beitrages stellt keinesfalls anwaltlichen Rechtsrat dar und ersetzt auf keinen Fall eine auf den Einzelfall bezogene anwaltliche Beratung.

Rechtsanwältin Judith Rissing

Januar 2012



Quelle: Tötung eines 6-jährigen Kindes durch „Kampfhunde“
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Stefan Christ

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Re: Tötung eines 6-jährigen Kindes durch „Kampfhunde“
« Antwort #1 am: 07. Februar 2012, 09:44:24 »

Darf ich kurz fragen wieso du das nach über 10 Jahren online stellst? :-)
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Pascal Hug

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Re: Tötung eines 6-jährigen Kindes durch „Kampfhunde“
« Antwort #2 am: 07. Februar 2012, 11:20:25 »

Darf ich kurz fragen wieso du das nach über 10 Jahren online stellst? :-)

Siehe die Veröffentlich ganz unten, daher habe ich es nicht bei Pressemitteilungen, sondern bei Gerichtsurteilen reingesetzt.
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Stefan Christ

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Re: Tötung eines 6-jährigen Kindes durch „Kampfhunde“
« Antwort #3 am: 07. Februar 2012, 12:08:54 »

ah ich verstehe :-)
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